Ein paar Autoren-Gedanken zu Corporation Square

Sieh an: Mein Kurzgeschichten-Twitter-Projekt Corporation Square läuft seit über drei Monaten. Darum ist es Zeit, dass ich mal wieder den aktuellen Stand der Geschichte präsentiere (am Stück liest sie sich doch besser als anhand von einzelnen Tweets). Um sie besser auffindbar zu machen, habe ich der Geschichte endlich eine eigene Seite spendiert, auf der fortan immer der aktuellste Stand von Corporation Square zu finden sein wird.

Und wenn ich schon mal dabei bin, will ich auch noch ein paar Fakten und Gedanken rund um die Geschichte präsentieren. Wer kein Autorengeschwafel lesen will, der lasse sich nicht aufhalten und klicke hier.

Zunächst ein paar nackte Zahlen: Die Geschichte umfasst mittlerweile 82 Tweets oder 13 Absätze, die insgesamt 1078 Wörtern bzw. 7140 Zeichen umfassen. Als Ausbeute aus drei Monaten ist das nicht besonders viel, aber das ist in Ordnung: Corporation Square ist ein Projekt unter mehreren, an denen ich zurzeit arbeite.

Die Geschichte hat ziemlich genau 8 Leser – das ist die aktuelle Zahl meiner Follower auf Twitter. Vielen Dank für eure Treue! (Sinnloser Fakt am Rande: Für läppische 14,50 Euro könnte ich meine Followerzahl um 12.500 Prozent erhöhen. Aber ich denke, ich investiere das Geld lieber in Kaffee.)

Ich hatte Corporation Square unter anderem angefangen, um mit dem Internet und Twitter zu experimentieren, um zu sehen, ob und wie sich der Abstand zwischen Autor und Leser dadurch verringern lässt. Bislang kann ich sagen, dass sich das Feedback zur Geschichte noch in engen Grenzen hält. Das habe ich mir vermutlich selbst zuzuschreiben; immerhin gebe ich meinen Lesern nur wenige Möglichkeiten, in den Verlauf der Handlung einzugreifen. Mir ist klar, dass soziale Medien mehr können, als bloß den nächsten Satz der Geschichte weiterzuleiten. Aber ich stürze mich bewusst nicht kopfüber ins Wasser 2.0, ich meine Web, sondern teste erst mal die Temperatur.

Das könnte sich jedoch in naher Zukunft ändern. Tatsächlich denke ich seit einiger Zeit darüber nach, wie ich die Entstehung von Corporation Square dynamischer machen kann. Ich habe bislang noch keinen Modus gefunden, bei dem ich nicht das Gefühl habe, zu viel Kontrolle über die Geschichte aus der Hand zu geben. Das ist ein typisches Problem von uns Autoren, wie jeder Lektor weiß: Wir lassen uns ungern in unsere Texte hineinreden.

Aber wie gesagt, ich denke darüber nach. Es lohnt sich also, Corporation Square weiter zu verfolgen.