Kostenlos, aber (hoffentlich) nicht umsonst

In den vergangenen Wochen war das E-Book zu meinem Roman Amoralisch als kostenloser Download verfügbar. Warum ich das gemacht habe, erläutere ich hier. Jetzt ist die Aktion zu Ende – Zeit für eine Rückschau. Wie gut kam die Sache an? Bin ich zufrieden?

Zunächst eine Zahl: Insgesamt wurde das E-Book 1.507 mal heruntergeladen. Mein Kommentar dazu: Wow. Wobei das allerdings nicht bedeutet, dass jetzt 1.507 Personen das Buch auf ihrer Festplatte haben.  Hat jemand das E-Book z.B. zweimal heruntergeladen (etwa auf verschiedenen Geräten), wurde dies als zwei einzelne Downloads gezählt. Darüber hinaus stand das E-Book in vier verschiedenen Formaten zur Verfügung, und ich gehe davon aus, dass die meisten Leute mehr als eine Dateiversion heruntergeladen haben. Die Zahl der Einzelpersonen, die das E-Book heruntergeladen haben, dürfte daher wesentlich kleiner als 1.507 sein.

Lustig fand ich, dass der Zähler einen Tag  vor Ende der Aktion bei weniger als 400 stand. Die Zahl hat sich in den letzten 24 Stunden also vervierfacht.

Hier die Download-Zahlen, nach Dateiformat aufgeschlüsselt:

  • PDF: 407
  • EPUB: 473
  • AZW3: 436
  • MOBI: 191

Mich hat überrascht, dass PDF, EPUB und AZW3 am Ende fast gleichauf liegen; ich hatte erwartet, dass die PDF-Version weniger oft heruntergeladen wird. Zudem deuten die Zahlen darauf hin, dass Kindle und andere Reader (Tolino usw.) ungefähr gleich beliebt sind, da AZW3 (Kindle) und EPUB (andere) etwa gleich viel Interesse erfahren haben.

Weil ich es kann, gibt es das Ganze auch noch als Tortengrafik:

ebook-piechartIm Vorwort der E-Book-Ausgabe hatte ich darum gebeten, mir bei Gefallen etwas zurückzugeben. Bislang habe ich diverse freundliche Nachrichten von Menschen bekommen, die die Aktion toll fanden, dazu vier neue Abonnenten für meinen Blog (Hallo, schön, dass ihr da seid!). Wie viele Leser Mundpropaganda betrieben oder weitere von meinen Büchern gekauft haben, kann ich natürlich nicht sagen.

So weit ich weiß, ist Amoralisch noch auf keiner Filesharing-Webseite aufgetaucht. Dass der Vertrauensvorschuss, den ich mit dem Verzicht auf DRM und Wasserzeichen geleistet habe, nicht ausgenutzt wurde, freut mich besonders.

Und jetzt die Preisfrage: Hat sich die Aktion für mich gelohnt? Das ist schwierig zu beantworten. Eins meiner Ziele war es, Amoralisch bekannter zu machen. das ist mir mit Sicherheit gelungen (Stichwort 1.507).

Auf der anderen Seite will ich mit der Aktion langfristig meine Buchverkäufe ankurbeln, um irgendwann vom Schreiben leben zu können (meine Miete zahlt sich nicht von allein). Derzeit kann ich unmöglich sagen, ob das geklappt hat oder nicht, und vielleicht werde ich es nie erfahren. Wenn ich allerdings irgendwann die Bestsellerlisten stürme, werde ich einfach behaupten, dass ich damals mit dem kostenlosen E-Book die Basis für meinen Erfolg gelegt habe … :-)

PS: Zum Thema E-Books gab es am Montag ein Fachgespräch der Grünen im Bundestag. Dabei stritten Autoren und Rechteverwerter gegen ein Wiederverkaufsrecht für E-Books und zeigten damit ein weiteres Mal, wie weit sie vom Puls der Zeit entfernt sind.