Lesungstermin: 17.3.16, Leipzig

Auf der Leipziger Buchmesse 2016 werde ich seit Längerem wieder eine Lesung geben. Am 17.3.2016 ab 18:30 Uhr geht es in der Löwenapotheke Leipzig um Philip Strassers ersten großen Fall. Ich finde, das ist ein ausgezeichnetes Setting für eine Lesung aus einem Biotech-Roman Noir!

Noch eine Anmerkung: Vergangene Woche erschien von mir ein neuer Blogeintrag. Weil der Versand der Benachrichtigungs-Email aus unerfindlichen Gründen nicht funktioniert hat, möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen: Ein Troll namens Jan Fleischhauer

Und, nicht vergessen: Fröhliche Weihnachten allerseits!

Ein Troll namens Jan Fleischhauer

Jan Fleischhauer ist ein Troll. Ich kann keine andere Erklärung dafür finden, warum dieser Mann Woche für Woche seine Kolumne Der Schwarze Kanal mit verquasten Texten füllt, in denen er die Realität verkennt und verdreht und die mich beim Lesen regelmäßig an Verschwörungstheorien erinnern.

Ich lese seine Kolumne nicht regelmäßig, weil ich mich nicht jede Woche darüber aufregen möchte. Aber hin und wieder schaue ich doch hinein, und jedesmal frage ich mich fassungslos, wie so jemand bei Spiegel Online schreiben darf. Darüber hinaus nehme ich mir immer wieder vor, einen von Fleischhauers Texten zu zerlegen und seine Halbwahrheiten aufzuzeigen. Heute ist es soweit. Ein Troll namens Jan Fleischhauer weiterlesen

Neue Kurzgeschichte

Ich habe eine neue Kurzgeschichte online gestellt. Hier kannst du „Zeynap“ in voller Länge lesen.

Die Geschichte gehört zum Dankeschön für eine der vielen Unterstützerinnen meiner Crowdfunding-Kampagne, durch die ich im vergangenen Jahr Amoralisch verwirklicht habe. Zu dem Dankeschön gehörte neben der Wunsch-Kurzgeschichte auch das handschriftliche Manuskript. Hier ein Schnappschuss aus dem schmerzenden Handgelenk:

Zeynap (handgeschriebenes Manuskript)
Ein echtes Original.

Wer meine Sauklaue lesen kann, bekommt ein Fleischsternchen :-)

Kleine Linkschau (3)

E-Mails verschlüsseln leicht gemacht
Jetzt fällt auch die letzte Ausrede weg: GMX und Web.de bieten seit heute einen Assistenten an, der die Verwendung des Verschlüsselungsstandards Pretty Good Privacy (PGP) so einfach macht wie nie zuvor. Siehe dazu auch Bequem die NSA besiegen auf taz.de. (Heise.de, Holger Bleich / Axel Kossel)

Mein öffentlicher PGP-Schlüssel zum Download
Zum gleichen Thema: Wer mir verschlüsselte E-Mails schreiben möchte, kann dies mit meinem öffentlichen PGP-Schlüssel problemlos tun.

Das in Stadt- und Landesbibliotheken im Jahr 2014 am häufigsten ausgeliehene Buch
(zeit.de)

Auf der guten Seite

In den vergangenen Jahren ließ sich immer wieder ein eigenartiges Phänomen beobachten. Es ist nicht wirklich neu, aber durch Massenmedien und Internet lässt es sich heute leichter herbeiführen und wahrnehmen. Die Rede ist vom wütenden, zum Teil hasserfüllten Widerstand, der manchen Menschen entgegenschlägt, die nichts anderes tun, als eine Meinung zu vertreten.

Ein prominentes Beispiel für dieses Phänomen ist #GamerGate. Der Hashtag steht für die unfassbare Welle der Feindseligkeit, die weiblichen Videospielentwicklern und -kritikern seit einiger Zeit entgegenschlägt (hier schrieb ich bereits darüber). Ein anderes Beispiel ist Pegida, insbesondere die Art und Weise, wie sich deren Anhänger über die Medien äußern („Lügenpresse“).

Es gibt einen erstaunlichen Grund, warum Protestierer dieses Schlages so wütend sind: Sie kämpfen um den Erhalt ihrer Unschuld.

Auf der guten Seite weiterlesen

Scheitern kann auch Spaß machen

Alle erzählen gerne von ihren Erfolgen; das eigene Scheitern dagegen schweigen die meisten lieber tot. (Geständnis Nr. 1: Ich bin keine Ausnahme.) Doch die belgische Indiegames-Schmiede Tale of Tales erzählte kürzlich ganz offen vom Misserfolg ihres jüngsten Spiels. Genauer: Für den kommerziellen Misserfolg, denn Sunset ist ein kleines Kunstwerk, das  von der Kritik hoch gelobt wird. Einziges Problem: Es verkauft sich nicht.

In einem lesenswerten Blogeintrag geben die beiden Tale-of-Tales-Mitglieder Michaël und Auriea einen schonungslosen Einblick in die Hoffnungen, die sie in ihr Spiel gesetzt hatten, welche Hebel sie in Bewegung setzten, um die Erfolgschancen zu maximieren, wie sie sogar eine PR-Firma für anheuerten, um das Spiel zu vermarkten – und wie die Verkaufszahlen von Sunset trotz allem eine herbe Enttäuschung blieben. (Geständnis Nr. 2: Auch ich habe Sunset nicht gekauft.)

Hier und da ist im Blogeintrag deutlich Verbitterung zu spüren (Übersetzung von mir):

Es ist nicht leicht, vor dem Hintergrund von schwärmerischen Kritiken und Lob und Ermutigungen von Spielern mit diesem brennenden Gefühl der Enttäuschung umzugehen. Eine kleine Gruppe von Leuten schätzt das, was wir tun, zutiefst, und wir verfluchen das Wirtschaftssystem, das es uns nicht erlaubt, uns damit zufrieden zu geben.

Das ist ein Gefühl, dass auch ich kenne. Ich freue mich wie Hulle, wenn jemand meine Bücher lobt, doch vom Lob alleine kann ich meine Miete nicht bezahlen. Wie Michaël und Auriea wünsche auch ich mir, dass ich nicht von Verkaufszahlen und Tantiemenabrechnungen abhängig wäre. Aber zum Leben braucht man heutzutage eben Geld, und wenn die eigenen Werke gut beim eigenen Publikum ankommen, ist es trotzdem frustrierend, wenn das Publikum von überschaubarer Größe ist. (Geständnis Nr. 3: Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich nicht ausschließlich von meinen Büchern leben muss.)

Über genau diesen Konflikt und über mögliche Lösungen habe ich vergangenes Jahr einen Vortrag gehalten. Hier ist das Video dazu:

Sunset ist das letzte Spiel, dass es von Tale of Tales geben wird. Das ist ein Jammer. Die gute Nachricht lautet, dass die beiden auch weiterhin künstlerisch tätig sein werden. Aus dem Scheitern von Sunset nehmen sie zudem eine wichtige Erkenntnis mit: Es hat keinen Zweck, die eigene Idee dem Geschmack anderer anzupassen. „Unrecht haben macht dich frei“, schreiben sie und schließen mit den Worten:

Wir sind glücklich und stolz, dass wir versucht haben, ein „Spiel für Spieler“ zu machen. Für Sunset haben wir alles gegeben, wirklich alles. Und wir sind gescheitert. Das ist etwas, das wir also nicht nochmal machen müssen. In unseren Herzen brennt immer noch die Kreativität, aber wir denken nicht, dass wir hiernach noch Videospiele machen werden. Und falls doch, dann unter Garantie keine kommerziellen.

Als (kommerziell) nicht besonders erfolgreicher Autor bewundere ich die Offenheit, mit der Michaël und Auriea ihre Situation schildern. Es tut gut zu wissen, dass andere Leute im gleichen Boot sitzen wie man selbst. Und noch mehr freut es mich, dass sie ihre künsterische Vision trotz allem nicht zugunsten des Massengeschmacks verwässern wollen. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie sich diese Haltung auch leisten können.